Nach dem Einschlag einer Granate und dem Tod von zwei Schülern in Donezk in der Ostukraine sind die Hintergründe weiter unklar. Die Regierung in Kiew und die prorussischen Separatisten gaben sich gegenseitig die Schuld an der Tragödie. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach
nach dem Einschlag auf einem Sportplatz von einem “Kriegsverbrechen”.
„Gestern Nachmittag gegen 2 Uhr wurde mein ältester Sohn Andrey getötet, genau wie sein Schulkamerad und Freund Danila. Die beiden waren gemeinsam zur Schule gegangen”, sagte der Vater eines der getöteten Kinder. In Russland eröffnete die nationale Ermittlungsbehörde ein Verfahren wegen Mordes. Es gebe Hinweise darauf, dass ukrainische Sicherheitskräfte den Befehl zum Beschuss des bewohnten Gebietes gegeben hätten, sagte ein Sprecher. Die Regierung in Kiew widersprach dieser Darstellung.
„Er war 11 Jahre alt. Sie haben Fußball gespielt, als die Schüsse losgingen und die Granate einschlug“, sagte die Mutter eines Jungen, der bei dem Einschlag verletzt wurde. Die Separatisten setzten wegen der getöteten Kinder eine zweitägige Trauer an.
Der Generalsekretär der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, Lamberto Zannier, rief die Konfliktparteien zur Ruhe auf. „Die internationale Gemeinschaft sollte mithelfen, die Lage zu deeskalieren und das Waffenstillstandsabkommen von Minsk umzusetzen. Dieses Abkommen ist aktuell das Beste was wir haben, um die Region zu beruhigen.“
Das Abkommen von Minsk war Anfang September unterzeichnet worden. Die Konfliktparteien einigten sich damals darauf, die Kampfhandlungen einzustellen.